{"id":559,"date":"2014-09-27T00:34:42","date_gmt":"2014-09-26T22:34:42","guid":{"rendered":"http:\/\/newsic.net\/firwitz\/?p=559"},"modified":"2018-01-24T14:45:13","modified_gmt":"2018-01-24T12:45:13","slug":"056-nummer-noch-nicht-vergeben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/firwitz-verlag.de\/werk\/?p=559","title":{"rendered":"056 &#8211; Das vern\u00fcnftige Kind"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\">Wolfgang Cziesla: DER FIRWITZ &#8211; 56. Teilabriss<\/p>\n<h1>DAS VERN\u00dcNFTIGE KIND<\/h1>\n<p>In einem Zeitungsartikel von Hanns Gr\u00f6ssel zu Georges Batailles <em>Die Literatur und das B\u00f6se<\/em> in der <em>S\u00fcddeutschen Zeitung<\/em> vom 12.\/13. Dezember 1987 lese ich:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Kindheit ist nach Bataille absolute Freiheit \u2013 ein wildes Leben \u201eau\u00dferhalb der Welt\u201c. Diesem \u201efreien Spiel der Unbefangenheit\u201c setzt die Gesellschaft \u201edie auf Vorteilsberechnung gegr\u00fcndete Vernunft\u201c entgegen, wie es in dem Kapitel \u00fcber Emily Bront\u00eb hei\u00dft. Deren Revolte liegt in der Weigerung, auf die wilde Freiheit der Kindheit zu verzichten.[1]<\/p>\n<p>Denke ich an meine Kindheit, war da kein wildes Leben, keine Unbefangenheit, kein selbstvergessenes Spiel. Ich war ein vern\u00fcnftiges Kind, stellte immerzu ernste, vern\u00fcnftige Fragen, doch die Erwachsenen \u2013 Lehrerinnen ebenso wie die Eltern \u2013 konnten mir keine vern\u00fcnftigen Antworten geben. Die Welt war nicht vern\u00fcnftig, und das ist sie weiterhin nicht. Batailles Formulierung \u201edie auf Vorteilsberechnung gegr\u00fcndete Vernunft\u201c beinhaltet eine wesentliche Einschr\u00e4nkung. Nach meinem Gerechtigkeitsverst\u00e4ndnis, als Kind wie als Erwachsener, m\u00fcsste es eher \u201edie auf Vorteilsberechnung gegr\u00fcndete <em>Un<\/em>vernunft\u201c hei\u00dfen. Meine Fragen nach dem Warum wurden nicht als Kind und werden bis heute nicht befriedigend beantwortet. Warum Menschen in Kriegen get\u00f6tet werden, warum Kinder in Biafra verhungern mussten \u2013 alle Antworten, die ich erhielt, forderten immer weitere Warum-Fragen heraus. Zwar begriff ich schnell, dass es nichts br\u00e4chte, wenn ich mein Pausenbrot mit der Post nach Afrika sandte, die Fragen nach der weltweiten Ungerechtigkeit wurden jedoch nie beantwortet. Bei den entt\u00e4uschend billigen Antworten, die ich sp\u00e4ter herausfand, ging es meistens um viel Geld f\u00fcr irgendwen. Der Buchtitel <em>Heliogabal oder der Anarchist auf dem Thron<\/em> von Antonin Artaud, auf den ich als Jugendlicher stie\u00df, schien mir keinen Einzelfall zu beschreiben, sondern eine abnorme Normalit\u00e4t. Die Herrschenden, die vermeintlichen H\u00fcter der Ordnung, waren Anarchisten, die ihre willk\u00fcrlichen Entscheidungen bestenfalls \u2013 wenn sie denn so ehrlich waren \u2013 damit begr\u00fcnden konnten, dass irgendjemand, der ihnen aus irgendwelchen Gr\u00fcnden n\u00e4her stand als jemand anderes, irgendeinen Vorteil haben w\u00fcrde. Doch ich als Kind verk\u00f6rperte die Vernunft und die gerechte Ordnung der Welt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[1] Zitiert nach: Hanns Gr\u00f6ssel: <em>Im Labyrinth der Welt. Essays und Kritiken zur franz\u00f6sischen Literatur<\/em>. Ausgew\u00e4hlt und mit einem Nachwort von Norbert Wehr.<br \/>\nSchriftenreihe der Kunststiftung NRW, Literatur, Band 9, Lilienfeld Verlag, D\u00fcsseldorf 2017, Seite 279<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[Zusatzinformation &#8211; nach Ausf\u00fchrung zu l\u00f6schen:]<\/p>\n<p><strong>Vier antip\u00e4dagogische Essays \u2013 Notizbucheintrag vom 28. Juni 2017 (Notizbuch 64)<\/strong><\/p>\n<p>Vier antip\u00e4dagogische Essays, um diese \u00e4ltere Idee aufzugreifen.<\/p>\n<p><strong>Der erste<\/strong> dar\u00fcber, was an die Stelle der Schule nach Abschaffung der Schulpflicht treten k\u00f6nnte, ein Modell, das die Interessen und Bed\u00fcrfnisse der Lernenwollenden aufgreift, anstatt ihnen ein Curriculum aufzudr\u00fccken. [Liegt zurzeit vor als Text \u201eWas aus der Schule werden k\u00f6nnte\u201c \u2013 gespeichert in: Immer zur Hand \u2192 Romane \u2192 Firwitz DAS WERK (noch ohne Teilabriss-Nummer)]<\/p>\n<p><strong>Der zweite<\/strong> zur Entelechie, Aristoteles, Goethe, ich. [Liegt in anderer Form vor, als \u201eStoyke und die Entelechie\u201c \u2013 gespeichert in: Immer zur Hand \u2192 Romane \u2192 DER HERZLOSE am 09.06.2012]<\/p>\n<p><strong>Der dritte<\/strong> ist der pers\u00f6nlichste der vier Essays und beinhaltet Beispiele aus meiner Schulzeit. [Hierzu gibt es mehrere Kurztexte: \u201eOsterei zeichnen\u201c als 3. Teilabriss des Firwitz (im Netz ver\u00f6ffentlicht); autobiographische Notizen zu meinem Klassenkameraden Kraffti, das M\u00e4rchen-Erz\u00e4hlen in der Volksschule, meine fr\u00fchen Verkennungserlebnisse; Erinnerungen an den Lehrer Dr. Henning auf der Realschule; Notizbucheintrag zur Albert-Einstein-Relativit\u00e4tsschule (Eintrag vom 30.11.2015 im Notizbuch 61]<\/p>\n<p><strong>Der vierte<\/strong> ist der aktuellste und greift Erfahrungen aus meiner beruflichen T\u00e4tigkeit auf. Das System der Integrations- und Berufssprachkurse entwickelt sich zunehmend zu einem Zwangssystem. Meine Abneigung, Menschen zu etwas verpflichten zu wollen, in diesem Fall das Lernen der deutschen Sprache. Das Nicht-Lernen wird mit Sanktionen verbunden. Bef\u00fcrworter der Verpflichtung begr\u00fcnden die Kurs-Teilnahme als geforderte Gegenleistung zum Transfer der finanziellen Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Hier m\u00fcssen andere <strong>Essays mit<\/strong> weniger p\u00e4dagogischen als <strong>politischen Themen<\/strong> eingeschoben werden. \u00dcber <strong>Grenzenlosigkeit, Aufl\u00f6sung der Nationalstaaten, Weltparlament<\/strong> und ein weltweit gezahltes bedingungsloses <strong>Grundeinkommen<\/strong>. [zum Teil gesammelt, wenn auch weitgehend nicht ausformuliert in: Immer zur Hand \u2192 Romane \u2192 Entw\u00fcrfe und Kurztexte \u2192 Kleintexte \u2192 [Dateiname:] politisch-laterales_Denken.docx (vom 30.12.2016)]<\/p>\n<p>[Die unterhalb dieses Notizbucheintrags vorgeschlagenen Teilabrissnummern m\u00fcssen wegen Kollisionen mit anderen Texten ge\u00e4ndert werden; letzte Idee: die Nummern 56\u201363 (dann m\u00fcsste nur TA 58 verschoben werden)]<\/p>\n<p>[Siehe auch den Eintrag vom 30.11.2015 im Notizbuch 61, in dem mir die Zusammenstellung von vier Texten zum Thema Schule vorschwebte:<\/p>\n<p>&#8211; \u201eOsterei zeichnen\u201c als 3. Teilabriss des Firwitz auf www.firwitz.de<\/p>\n<p>&#8211; mein Verkennungserlebnis als Anti-M\u00e4rchenerz\u00e4hler im Kontrast zu meinem Klassenkameraden J\u00fcrgen Starki<\/p>\n<p>&#8211; mein heute (30.11.2015) begonnener Text, der das Schulwesen revolutionieren soll und dessen Grundidee mir keinesfalls unrealistisch zu sein scheint, lediglich ungef\u00e4hr zweihundert Jahre unserer Zeit voraus<\/p>\n<p>&#8211; den Dr.-Henning-Text \u00fcber den vielleicht einzigen Lehrer, der mich nicht verkannt hat \u2013 es schlie\u00dfen sich im Notizbuch 61 sechs Seiten zu Dr. Henning an]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wolfgang Cziesla: DER FIRWITZ &#8211; 56. Teilabriss DAS VERN\u00dcNFTIGE KIND In einem Zeitungsartikel von Hanns Gr\u00f6ssel zu Georges Batailles Die Literatur und das B\u00f6se in der S\u00fcddeutschen Zeitung vom 12.\/13. 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