{"id":246,"date":"2014-09-23T23:59:52","date_gmt":"2014-09-23T21:59:52","guid":{"rendered":"http:\/\/newsic.net\/firwitz\/?p=246"},"modified":"2014-09-23T23:59:52","modified_gmt":"2014-09-23T21:59:52","slug":"173-du-und-das-universum-3-kurztexte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/firwitz-verlag.de\/werk\/?p=246","title":{"rendered":"173 &#8211; Du und das Universum, 3 Kurztexte"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\">Wolfgang Cziesla: DER FIRWITZ &#8211; 173. Teilabriss<\/p>\n<h1>Du und das Universum<\/h1>\n<p>Das Universum braucht mich nicht. Ich habe jeden Tag frei. Das ist ein wunderbares Gef\u00fchl. Ich kann Geld verdienen, aber ich muss nicht. Die Natur, das sp\u00fcre ich, h\u00e4tte gern gehabt, dass ich mich vermehrt h\u00e4tte. Mehr von meiner Brut in die Welt gesetzt, die sich vielleicht ebenfalls gefragt h\u00e4tte, ob das Universum sie braucht.<\/p>\n<p>Mein Werk wird nicht gebraucht. Mit meinem Schreiben falle ich unter den Artenschutz. Mit dem Kauf meines Romans leisten Sie einen Beitrag zur Existenz einer ganzen Art.<\/p>\n<p>[oder in der Du-Form?:]<\/p>\n<p>Das Universum braucht dich nicht. Du hast jeden Tag frei. Ist das nicht ein wunderbares Gef\u00fchl? Du kannst Geld verdienen, aber du musst nicht. Die Natur h\u00e4tte gern gehabt, dass du dich vermehrt h\u00e4ttest. Mehr von deiner Brut in die Welt gesetzt, die sich vielleicht ebenfalls gefragt h\u00e4tte, ob das Universum sie braucht. [&#8230;]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kategorischer Imperativ<\/strong><\/p>\n<p>Ich bin absolut aggressionsfrei. Selbst das Streiten ist eine T\u00e4tigkeit, die man mir jedes Mal neu erkl\u00e4ren muss. Ich wei\u00df nicht, warum Menschen sich streiten. Ich stehe jedes Mal staunend au\u00dferhalb. Denke, beide k\u00f6nnten Recht haben, oder auch nur einer von ihnen. Das ist egal. Das kann auch nicht entschieden werden. Ich wei\u00df nichts. Absolut gar nichts. Jedenfalls nicht sicher. Und damit kann ich sehr sch\u00f6n leben. Besser als wenn ich alles w\u00fcsste. Oder auch nur einiges. Sind Menschen, die etwas wissen, nicht schrecklich? Besonders, wenn sie ihr Wissen oder \u2013 schlimmer noch: \u2013 ihre blo\u00dfe Meinung an andere Menschen herantragen. Je sicherer sie sich sind, desto schrecklicher. Was richtig ist, werden wir zu unseren Lebzeiten nicht herausfinden. Und wenn doch: Wer garantiert uns, dass nachfolgende Generationen nicht das genaue Gegenteil herausfinden? Statt sich deswegen zu streiten, lieber ein Gl\u00e4schen zusammen trinken. Was auch immer. Aber da geht der Streit schon los.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der vermasselte Tod<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe in meinem Leben schon viel vermasselt \u2013 Geschichten mit Frauen, Wege zur Ber\u00fchmtheit, B\u00fccher &#8230; Ich sorge mich, dass ich auch meinen Tod vermasseln k\u00f6nnte. Dass er mich entt\u00e4uscht, so pl\u00f6tzlich wie er kommt. Ich m\u00f6chte mich auf meinen Tod vorbereiten, ihn bewusst erleben k\u00f6nnen. Denn wenn alles mit rechten Dingen zugeht, ist der Tod das gr\u00f6\u00dfte und schwierigste Erlebnis seit meiner Geburt. Alle anderen Abenteuer, auch meine Beinah-Tode, fallen dahinter zur\u00fcck. Ich lebe mit der Einstellung: So lange ich lebe, habe ich das Beeindruckendste noch immer vor. Zugleich die beste Chance, Tapferkeit und Gr\u00f6\u00dfe zu beweisen. Und wenn der Tod kommt und ebenfalls ein Flop wird \u2013 so wie meine schlech\u00adtes\u00adten Romane? Schrecklich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wolfgang Cziesla: DER FIRWITZ &#8211; 173. Teilabriss Du und das Universum Das Universum braucht mich nicht. Ich habe jeden Tag frei. Das ist ein wunderbares Gef\u00fchl. Ich kann Geld verdienen, aber ich muss nicht. Die Natur, das sp\u00fcre ich, h\u00e4tte gern gehabt, dass ich mich vermehrt h\u00e4tte. 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